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Wohnen: der früher-heute Vergleich

Nicht nur heute ist Wohnraum in Deutschland echte Mangelware, sondern auch vor über 100 Jahren kämpften die Menschen schon mit ähnlichen Problemen: Damals zog etwa jeder dritte Mieter in Berlin nach spätestens einem Jahr wieder um, da die Arbeiter besonders während der Industrialisierung des späten 19. Jahrhunderts in unsicheren Verhältnissen lebten. Während dieser Zeit wuchsen die Städte so stark, dass es überall an Wohnraum fehlte – an Eigentum war damals nicht zu denken. Für die Menschen kam nur das Wohnen zur Miete in Frage.

Aus dieser Not heraus, entwickelte sich eine starke Miettradition in den Städten, die bis heute das Wohnverhalten in Deutschland prägt. So lebt noch immer jeder Zweite in Deutschland zur Miete. Vergleicht man dieses Ergebnis international, ist festzustellen, dass es sich hierbei um einen hohen Anteil handelt. In Südeuropa sind hingegen dreiviertel der Wohnungen Privateigentum.

1920er-Jahre: „Goldenes Zeitalter der Wohnungspolitik”

Doch es fehlte nicht nur während der Industrialisierung an ausreichend Wohnraum, sondern auch nach dem Ersten Weltkrieg war die Wohnungsnot noch groß. Damals entstanden dank der demokratischen Organisation des Staates zahlreiche Initiativen. So gelten bis heute die 1920er-Jahre als das „goldene Zeitalter” der Wohnungspolitik. In dieser Zeit wurden neue Siedlungsformen entwickelt, in denen Ideen von besseren Häusern verwirklicht werden sollten: Licht, Luft und Sonne sollten fortan die Wohnarchitektur bestimmen.

Neue Konzepte der Finanzierung wurden zu diesem Zeitpunkt ebenfalls realisiert, um die Großprojekte bauen zu können. Folglich gab es bis Mitte der 1920er-Jahre bereits 4.000 Genossenschaften in Deutschland. Diese bauten oft ohne staatliche Unterstützung neue Siedlungen, da sie auf der Idee der Gemeinnützigkeit beruhten.

Wiederaufbau in Ost und West

Über 500.000 Wohnungen wurden in Deutschland zu Beginn der 1950er-Jahre fertig gestellt. Davon wurde der Großteil im Rahmen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus errichtet. Allerdings entwickelte sich die Wohnungspolitik nach der deutschen Teilung in den beiden deutschen Staaten in konträre Richtungen:

Als Bestandteil der staatlichen Planwirtschaft wurde in der DDR der Wohnungs- und Städtebau als Bestandteil definiert. Wohnungen gab es damals nur auf Zuteilung.
Während in der DDR Grundstückseigentümer enteignet wurden, erhielt hingegen in der BRD das Privateigentum absoluten Vorrang in der Wohnungspolitik.

Seit der Industrialisierung waren Lösungen gegen die Wohnungsnot eine hochrangige gesellschaftspolitische Frage, die bis heute kontrovers diskutiert wird. Denn beim Wohnen geht es in erster Linie immer darum, inwieweit die Politik in den Wohnungsmarkt eingreift.

Das heutige Leben in den Großstädten

Auch heute zieht es immer mehr Menschen in die wirtschaftsstarken Städte: So hat sich nach Angaben des statistischen Bundesamtes der Anteil an Ein-Personen-Haushalten in den vergangenen Jahren von 20 auf 40 Prozent verdoppelt. Demnach fehlt es auch an ausreichend Wohnraum!

Laut den Berechnungen des Deutschen Mieterbunds (DMB) werden heute in den Ballungsräumen schätzungsweise über 250.000 Wohnungen benötigt

Hingegen in anderen Regionen Deutschlands, beispielsweise in Städten wie Essen, Bochum oder auch Chemnitz und Leipzig Wohnungen leer stehen, da hier die Zahl der Einwohner sinkt.

 

URL der Quelle:

http://news.immobilo.de

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Barrierefreies Wohnen

Lange Suchen gehören für Rollstuhlfahrer dazu. Barrierefreie und bezahlbare Wohnungen sind nur schwer zu finden. Wohnungsämter und größere Wohnungsbaugesellschaften sind erste Ansprechpartner.

Wenn eine Wohnung besondere Voraussetzungen erfüllen muss, kann das die Suche erschweren. Gerade behindertengerechte und barrierefreie Wohnungen sind nicht leicht zu finden. Oft erstreckt sich die Suche über einen längeren Zeitraum, manchmal sogar Jahre. Barrierefreiheit heißt zudem nicht zwangsläufig, dass die Immobilien auch für Rollstuhlfahrer geeignet sind. Es geht bei dem Begriff primär um den uneingeschränkten und vollständig freien Zugang für Jedermann und deshalb vor allem für bewegungseingeschränkte Menschen. Rollstuhlfahrer haben es besonders schwer bei der Wohnungssuche. Da der Bedarf durch die alternde Gesellschaft immer weiter steigt, besteht jedoch Hoffnung. Immer mehr Bauträger achten auf Barrierefreiheit ihrer Neubauten.

Finanzielle Probleme

Bewegungseingeschränkte Personen oder auch Rentner, also diejenigen, für die barrierefreie Wohnungen gedacht sind, verfügen oft nur über ein geringes Einkommen. Da zur Barrierefreiheit aber zum Beispiel ein behindertengerechtes Badezimmer und andere bauliche Besonderheiten gehören, sind die Baukosten meistens höher als bei den „normalen“ Immobilien. Das schlägt sich natürlich auf den Mietpreis nieder. Außerdem sind solche Wohnungen, den Ansprüchen entsprechend, großzügiger geschnitten. Ein Faktor, der sich ebenfalls auf die Miete niederschlägt. Wer Leistungsempfänger beim Jobcenter oder Sozialamt ist, sollte deshalb zunächst mit der jeweiligen Stelle Rücksprache halten, bevor die Wohnung angemietet wird.

Neben der Suche nach einer neuen Wohnung, ist es natürlich auch möglich, das jetzige Zuhause barrierefrei zu gestalten. Dazu gehören ein behindertengerechtes Badezimmer, breite Türzagen, eine Rampe vor der Haustür und eventuell ein Aufzug, sowie spezielle Möbel. Wenn eine Wohnraumanpassung wegen zu hoher Umbaukosten oder des Vermieters nicht möglich ist, muss nach einer passenden Immobilie gesucht werden.

Rollstuhlbenutzer-Wohnung mit Wohnberechtigungsschein

Anspruch auf eine Rollstuhlbenutzer-Wohnung haben meist nur Personen mit Wohnberechtigungsschein (WBS). Dieser kann üblicherweise beim Wohnungsamt des zuständigen Bezirkes beantragt werden. Wer keinen WBS hat, kann sich an größere Wohnungsbaugesellschaften wenden. Sie haben oft barrierefreie Wohnungen im Angebot, ohne diese als solche auszuweisen. Fragen lohnt sich also.

 

Originalbeitrag:

news.immobilo.de/2014/10/22/

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Ungewöhnlich wohnen

Hausboot, Feuerwache oder Baumhaus? Einige Menschen bewegen sich in einem ganz anderen Wohnambiente, als der Ottonormalbürger. Oft haben sie sich damit einen Wunsch erfüllt.

Manche Menschen mögen es lieber ungewöhnlich. Bunte Klamotten, Irokesenschnitte und auffällige Tattoos sind aber nicht alles. Mietswohnung oder Einfamilienhaus entsprechen manchmal nicht der Wunschvorstellung. In der Metropolestadt Berlin, in der es sowieso schon verrückter zugeht als anderswo, gibt es zahlreiche Hausboote auf der Spree. Bis auf das leichte Schaukeln, welches die Wasserbewegung mit sich bringt, ist das Hausbootleben aber gar nicht so anders, als in einer Mietwohnung. Die Kosten sind oft ähnlich, nur die Winter sind kälter und im Sommer kann man sich vom Wohnzimmer aus direkt im kühlen Nass erfrischen.

Gebäudeumnutzungen

Sobald die Schulzeit vorbei ist, will man die Schule eigentlich nie wieder betreten. Eine Berliner Rechtsanwältin wohnt sogar in einer, wie die Berliner Zeitung berichtet. Das Flair der alten Zeit ist erhalten geblieben. Stühle und Tische, an denen früher gelernt wurde, sind nun zu einer Essgruppe umgenutzt worden. Verlassene Schals hängen noch auf den Fluren und an den Tafeln stehen lustige Sprüche. So eine Umnutzung, allerdings nur temporär, kommt auch flexiblen Personen zugute, die nicht so viel Miete zahlen und dennoch ungewöhnlich wohnen wollen. Als Hauswächter bewachen sie Schlösser, Feuerwachen und Klöster solange, bis sie wieder vermietet oder verkauft sind.

Wo kreative, junge Köpfe aufeinander treffen, entstehen oft interessante Wohnkonzepte. In einer Berliner WG wird das Konzept des funktionalen Wohnens (FuWo) gelebt. Hier wird alles geteilt. Es gibt keine eigenen Zimmer, diese sind eher nach Funktionen geordnet. Es gibt einen Raum für Anziehsachen. Es kann sich jeder aussuchen, worauf er gerade Lust hat. Nachts schläft man in dem Bett, was gerade noch frei ist, oder einem am Besten zusagt. So verschieden die Wohnkonzepte auch sind, gemeinsam haben sie, dass sie die Bewohner glücklich machen.

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